BRD

28.4. – 17.7.2016
FAHRBEREITSCHAFT, Berlin

Arno Brandlhuber, Christoph Büchel, Hans-Peter Feldmann, Georg Herold, Christopher Muller, Manfred Pernice, Peter Piller, Tobias Rehberger, Gerhard Richter, Karin Sander, Gregor Schneider, Andreas Slominski, Florian Slotawa, Klaus Staeck, Wolfgang Tillmans, Christopher Williams, Johannes Wohnseifer, Erwin Wurm, Heimo Zobernig, Christof Zwiener, Cosima von Bonin

Eröffnunng 27.4.2016, 19 Uhr
Sonderöffnungszeiten:
Gallery Weekend (29. April – 1. Mai 2016) 12 – 18 Uhr

BRD war eine abkürzung für die bundesrepublik, mit der die DDR eine internationale gleichstellung der beiden deutschen staaten erreichen wollte, ein teil des kalten krieges. infolge dessen wurde dieses kürzel von den westdeutschen linken benutzt, um ihre kritik am kapitalistischen system auszudrücken. kein wunder, in baden-württemberg wurde noch bis in die 90er jahre in den deutsch-aufsätzen als fehler angekreidet, wenn man als schüler zu faul war, bundesrepublik deutschland auszuschreiben.
heute versteht man unter der BRD das ganze bundesgebiet. man spricht eigentlich nur noch von deutschland und verbindet BRD mit der zeit vor dem mauerfall. das, was man unter BRD versteht, unterscheidet sich also sehr, z.b. im hinblick auf alter, politische gesinnung und wohnort.
als ich zum ersten mal mit leuten sprach, die vor dem mauerfall schon auf dem gelände der FAHRBEREITSCHAFT arbeiteten, bin ich – wie selbstverständlich – davon ausgegangen, dass heute – durch den westeinfluss – alles besser sei. das sahen manche jedoch ganz anders, unsere wertesysteme unterscheiden sich auch heute. das verhältnis zwischen BRDlern und DDRlern, zwischen ost- und westberlinern ist noch lange nicht aufgearbeitet, geschweige denn, sind die unterschiede nivelliert.
insofern ist es natürlich besonders interessant, eine BRD-ausstellung in „ost-berlin“ zu machen. dieses ist also eine sehr subjektive aus-stellung. woran ich persönlich denke, wenn ich BRD höre, möchte ich in dieser ausstellung thematisieren. die auswahl der künstler und arbeiten ist sehr subjektiv und keineswegs vollständig. nicht zuletzt sind sie auch davon geprägt, welche arbeiten in der sammlung sind. meine themen sind die (schleppende) aufarbeitung der nazi-zeit, die geldgier und konsumwut, der pief und die ordnungsliebe dieser zeit – radio und fernsehen, die autos, die bauwut und fußball, aber auch der raf-terror von andreas baader und ulrike meinhoff. nach dem mauerfall ist es die überheblichkeit gegenüber dem osten, die diese zeit geprägt hat.

axel haubrok

Werkliste

Arno Brandlhuber
Archipel, 2012

Arno Brandlhuber
RGB 165/96/36 CMYK 14/40/80/20, 2011

Christoph Büchel
untitled (Düsseldorf), 2001/06

Hans-Peter Feldmann
Kissen, 2015

Hans-Peter Feldmann
Point d’ironie 11, Edition der Zeitschrift Agnes B, 1999

Hans-Peter Feldmann
Autoradios fotografiert, während gute Musik spielte, 1979–90

Hans-Peter Feldmann
Alte Meister, 1977/78

Hans-Peter Feldmann
Sonntagsbilder, 1977

Hans-Peter Feldmann
Beine, Jahr unbekannt

Hans-Peter Feldmann
Die Toten, 1967–93, Studentenbewegung, APO, Baader-Meinhof, Bewegung 2. Juni, Revolutionäre Zellen, RAF, Jahr unbekannt

Hans-Peter Feldmann
Ein Pfund Erdbeeren, Jahr unbekannt

Hans-Peter Feldmann
Erinnerung an meine Zeit als Kellner, Jahr unbekannt

Hans-Peter Feldmann
Straßenkreuzung, Jahr unbekannt

Hans-Peter Feldmann
untitled (Kaffeeservices), Jahr unbekannt

Georg Herold
untitled (Kaviarbild), 2011

Georg Herold
Teaching sculpture, 2001

Georg Herold
The kind of mind, 2001

Georg Herold
Rekonstruktion einer Dachlatte, 1994

Georg Herold
Blind order, 1990

Georg Herold
Gehörntes Gehörn, 1990

Georg Herold
Nylons, 1990

Georg Herold
untiteld (Kaviarbild), 1990

Georg Herold
untitled (Kaviarbild), 1990

Georg Herold
untitled, 1989

Georg Herold
Holz ohne Raum, 1988

Georg Herold
untitled, 1988

Georg Herold
untitled, 1988

Georg Herold
New York Hostess, 1986

Christopher Muller
Cut in two, 1994

Christopher Muller
Regrets, 1994

Manfred Pernice
Ava, 2008–15

Peter Piller
Projektionsflächen PF01, 2006

Peter Piller
Projektionsflächen PF02, 2006

Peter Piller
Projektionsflächen PF03, 2006

Peter Piller
Projektionsflächen PF04, 2006

Peter Piller
Projektionsflächen PF05, 2006

Peter Piller
Projektionsflächen PF07, 2006

Peter Piller
Pfade G1, 2003

Peter Piller
Pfade G2, 2003

Peter Piller
Pfade G4, 2003

Peter Piller
Pfade G5, 2003

Peter Piller
Pfade G6, 2003

Peter Piller
Pfade G9, 2003

Peter Piller
Pfade G12, 2003

Peter Piller
Überflug I3, 2003

Peter Piller
Überflug I4, 2003

Peter Piller
Überflug I6, 2003

Peter Piller
Man sagt, die Wohnung des Chefs sei ganz in weiß eingerichtet, 2000

Tobias Rehberger
Comme tu moi, comme je toi, 1999

Tobias Rehberger
untitled (Familie), 1999

Tobias Rehberger
untitled, 1993

Gerhard Richter
Ulrike Meinhof, 2015

Karin Sander
Raufaser Nr. 80 (Erfurt Prestige / Royal), 1992/2016

Gregor Schneider
Der deutsche Beitrag, 2001

Andreas Slominski
Gerät zum knicken von Antennen, 2001

Andreas Slominski
untitled (Tor), 1988

Florian Slotawa
Gesamtbesitz 1996, 1996

Klaus Staeck
PL (Plakate), 1970–97

Wolfgang Tillmans
Hausbesetzer 1994–99, 1999

Cosima von Bonin
Auf Grundstück der Nachbarn, 2000

Cosima von Bonin
Gertrude Jekyll (#17), 2000

Christopher Williams
Camera position: Viethaus (Vietnamese Cultural Center)
Leipzigerstraße 54–56, 10117 Berlin November 19th, 2007, 2008

Johannes Wohnseifer
Vater weint, 2001

Erwin Wurm
Carrying a bomb, 2003

Erwin Wurm
Carrying a bomb, 2003

Erwin Wurm
Carrying a bomb, 2003

Erwin Wurm
Looking for a bomb, 2003

Erwin Wurm
Looking for a bomb, 2003

Erwin Wurm
St. Paul’s pullover, 1991

Heimo Zobernig
Videoedition für Texte zur Kunst, 1991

Christoph Zwiener
Berlin today Berlin aujourd’hui берлин сегодня Berlin heute – III, 2013–14