It’s about sculpture

29.11.2008 – 28.2.2009
Strausberger Platz, Berlin

Matt Calderwood, Ólafur Elíasson, Georg Herold, David Lieske, Rodney McMillian, Ruben Ochoa, Bojan Šarčević, Santiago Sierra, Pae White, Johannes Wohnseifer, Heimo Zobernig

Eröffnung: 28.11.2008, 19 – 21 Uhr

Bei dieser Ausstellung geht es um Skulptur. Es werden aber nicht (nur) Skulpturen gezeigt. Vielmehr versuchen wir folgende Fragen zu klären:
Wo liegt die physikalischen Grenze? Die Unfinished structure #2 von Matt Calderwood scheint aus dem Gleichgewicht zu geraten. Nur Wasserkanister können das schlimmste verhüten. Diese Aufgabe löst der gleiche Künstler bei einer weiteren Skulptur, die in der Galerie unter den Arkaden gezeigt wird, viel eleganter. Die Präsentation von 111 minimalistischen Skulpturen wird bei Santiago Sierra zu harter körperlicher Arbeit. Rodney McMillian fand eine Büste eines weißen Mannes, die der unbekannte Vorbesitzer schwarz angestrichen hatte. Durch den Umgang mit der Büste waren weiße Narben entstanden. Die zwei Fotoarbeiten von Ruben Ochoa zeugen dagegen vom Kampf zwischen Mensch und Natur (= Skulptur).
Welche Möglichkeiten ergeben sich durch Transformation? Durch Halluzination wird bei Johannes Wohnseifer aus den verschiedensten Rohmaterialien ein Rietveld Stuhl – oder doch eine Bank? Georg Herold macht es sich dagegen einfacher. Bei dem Holz ohne Raum kann sich jeder direkt vorstellen, wie der Raum aussehen könnte.
Was bedeutet das Material? Bei Lean back hat Ruben Ochoa bei seiner banalen Paletten-Skulptur Holz durch Beton ersetzt. Durch die Positionierung der Arbeit verdeutlicht er gleichzeitig, dass sich die Sache damit gleich auch „für die Ewigkeit“ erledigt hat. David Lieske tauscht auch die Materialien – jedoch mit einer ganz anderen Intention, der, der Überhöhung: Aus einer abgeworfenen hölzernen Stange eines Pferdehindernisses wird durch den Bronzeguss ein museales Werk für die Ewigkeit. Genau das Gegenteil erreicht Heimo Zobernig, indem er aus dem inneren von klorollen Skulpturen fertigt. Oder nimmt billige Wellpappe als ausgangsmaterial für seine Arbeit. Zobernig füllt aber auch minimalistische Kuben mit Leinwänden. Oder erhebt den Sockel selbst zur Skulptur.
Eine Skulptur kann aber auch dazu dienen, naturwissenschaftliche Phänomene zu verdeutlichen – ganz offensichtlich bei der 3D fivefold symmetry von Ólafur Elíasson – ziemlich vertrackt bei dem Würfel von Georg Herold.
Skulptur und Architektur? Bojan Šarčević betrachtet aus dem inneren der „Skulptur“ heraus den gang der Sonne. Und Pae White entwickelt eine variable Skulptur aus handgefertigten mit Quecksilber gefärbten Glasbausteinen.

Axel Haubrok

Werkliste

Matt Calderwood
untitled (White sculpture), 2008

Matt Calderwood
Unfinished structure #2, 2007

Ólafur Elíasson
3D fivefold symmetry, 2000

Georg Herold
untitled (Würfel), 1990

Georg Herold
Holz ohne Raum, 1988

David Lieske
Form I (The value of things), 2008

Rodney McMillian
Unknown #12, 2006

Ruben Ochoa
Exposed in the 90293, 2007

Ruben Ochoa
Lean back, 2007

Ruben Ochoa
Zoned out in the 90045, 2007

Bojan Šarčević
untitled (BS 1A–1D), 2001

Santiago Sierra
111 constructions with 10 modules and 10 workers, 2004

Pae White
NoéNoé II, 2003

Johannes Wohnseifer
Psilocybin experience, 2000

Heimo Zobernig
untitled, 1990

Heimo Zobernig
untitled, 1989

Heimo Zobernig
untitled, 1988

Heimo Zobernig
untitled, 1987