Barbara Schmidt Heins, Jahr 1979 (1979)
Barbara Schmidt Heins, Jahr 1979 (1979)
Barbara Schmidt Heins, Jahr 1979 (1979)
Barbara Schmidt Heins
Jahr 1979, 1979

Paperwork: Barabara Schmidt Heins & Gabriele Schmidt Heins

27.4. – 31.8.2018
FAHRBEREITSCHAFT, Berlin

Eröffnung: 24.4.2018, 19 – 21 Uhr
Gallery Weekend: 27. – 29.4.2018, 12 – 18 Uhr

barbara und gabriele schmidt heins, teilnehmerinnen der documenta 6 und 7, haben in den siebzigerjahren ein riesiges konvolut von buch-unikaten geschaffen; jedes ist handgefertigt, bei jedem sind medium und material individuell bearbeitet: vom feinsäuberlich sezierten teil eines buchrückens bis zu zerrissenen, neu verklebten und spiegelverkehrt wieder eingebundenen einzelseiten, von der formalen auseinandersetzung mit den dimensionen eines handelsüblichen din-a4-blattes bis zu groben exemplaren, die aus ihrer bindung getrennt und mit zäher farbe übertüncht wurden.

die bucharbeiten von barbara und gabriele schmidt heins entstehen dabei nicht als gemeinschaftsarbeiten, auch wenn der erste blick dies vermuten lässt. vielmehr kann man jedes der bücher als eine individuelle auseinandersetzung mit dem medium und seiner beschaffenheit verstehen – es geht um das objektive und das subjektive, das formale und das spielerische, den prozess und seine darstellung.

die arbeiten 1 stunde, subjektiv / objektiv (gabriele schmidt heins, 1976) und jahr 1979 (barbara schmidt heins, 1979) sowie eine bucharbeit, bei der der vermutete goldene schnitt gegen den tatsächlichen gehalten wird, bilden dabei etwas wie den kern dieser ausstellung.

konstantin haubrok

Paperwork: Barbara Schmidt Heins & Gabriele Schmidt Heins, Installationsansicht
Paperwork: Barbara Schmidt Heins & Gabriele Schmidt Heins, Installationsansicht
Paperwork: Barbara Schmidt Heins & Gabriele Schmidt Heins, Installationsansicht
Paperwork:
Barbara Schmidt Heins &
Gabriele Schmidt Heins
Installationsansicht
Barbara Schmidt Heins, Die Seiten eines Buches aus der Bindung herausgerissen und spiegelverkehrt an der gegenüberliegenden Längskante erneut eingebunden (1972)
Barbara Schmidt Heins, Die Seiten eines Buches aus der Bindung herausgerissen und spiegelverkehrt an der gegenüberliegenden Längskante erneut eingebunden (1972)
Barbara Schmidt Heins, Die Seiten eines Buches aus der Bindung herausgerissen und spiegelverkehrt an der gegenüberliegenden Längskante erneut eingebunden (1972)
Barbara Schmidt Heins
Die Seiten eines Buches aus der Bindung herausgerissen und spiegelverkehrt an der gegenüberliegenden
Längskante erneut eingebunden
1972
Gabriele Schmidt Heins, Auf den Blättern jeweils mit grauer Farbe den kleineren Bereich des vermuteten Goldenen Schnitts ausgemalt. Anschließend den tatsächlichen Goldenen Schnitt (17,3:10,3) mit rotem Stift markiert (1978)
Gabriele Schmidt Heins, Auf den Blättern jeweils mit grauer Farbe den kleineren Bereich des vermuteten Goldenen Schnitts ausgemalt. Anschließend den tatsächlichen Goldenen Schnitt (17,3:10,3) mit rotem Stift markiert (1978)
Gabriele Schmidt Heins, Auf den Blättern jeweils mit grauer Farbe den kleineren Bereich des vermuteten Goldenen Schnitts ausgemalt. Anschließend den tatsächlichen Goldenen Schnitt (17,3:10,3) mit rotem Stift markiert (1978)
Gabriele Schmidt Heins
Auf den Blättern jeweils mit grauer Farbe den kleineren Bereich des vermuteten Goldenen Schnitts ausgemalt. Anschließend den tatsächlichen Goldenen Schnitt (17,3:10,3) mit rotem Stift markiert, 1978
Barbara Schmidt Heins, Auf den Seiten eines Buches mit Bleistift und Lineal mittig einen vertikalen Strich über die volle Höhe der Seite gezogen. Versucht, die Seiten entlang des Striches zu zerreißen. Anschließend die Seiten von hinten mit weißem Papierklebeband erneut zusammengeklebt. (1972)
Barbara Schmidt Heins, Auf den Seiten eines Buches mit Bleistift und Lineal mittig einen vertikalen Strich über die volle Höhe der Seite gezogen. Versucht, die Seiten entlang des Striches zu zerreißen. Anschließend die Seiten von hinten mit weißem Papierklebeband erneut zusammengeklebt. (1972)
Barbara Schmidt Heins, Auf den Seiten eines Buches mit Bleistift und Lineal mittig einen vertikalen Strich über die volle Höhe der Seite gezogen. Versucht, die Seiten entlang des Striches zu zerreißen. Anschließend die Seiten von hinten mit weißem Papierklebeband erneut zusammengeklebt. (1972)
Barbara Schmidt Heins
Auf den Seiten eines Buches mit Bleistift und Lineal mittig einen vertikalen Strich über die volle Höhe der Seite gezogen. Versucht, die Seiten entlang des Striches zu zerreißen. Anschließend die Seiten von hinten mit weißem Papierklebeband erneut zusammengeklebt., 1972
Gabriele Schmidt Heins, 1 Stunde, subjektiv / objektiv (Auszug) (1976)
Gabriele Schmidt Heins, 1 Stunde, subjektiv / objektiv (Auszug) (1976)
Gabriele Schmidt Heins, 1 Stunde, subjektiv / objektiv (Auszug) (1976)
Gabriele Schmidt Heins
1 Stunde, subjektiv / objektiv (Auszug), 1976

Werkliste

barbara schmidt heins
jahr 1979, 1979
courtesy the artist

barbara schmidt heins
zufallsprodukt, 1978

barbara schmidt heins
zufallsprodukt, 1978

barbara schmidt heins
zufallsprodukt, 1978

barbara schmidt heins
mit lineal und messer an der oberen
und unteren kante zwei 0,2 x 5 cm breite
streifen ausgeschnitten, 1976/1977
courtesy the artist

barbara schmidt heins
mit lineal und messer an der seite innen
einen 0,2 x 9,7 cm breiten streifen
ausgeschnitten, 1976/1977

barbara schmidt heins
in einem gebundenen buch jeweils von
der rechten oberen ecke bis zur mitte der
längskante klebstoff (ca. 1 cm breit)
aufgetragen und mit dem vorherigen
blatt verklebt. nach dem trocknen wieder
aufgeschlitzt, 1972/1977
courtesy the artist

barbara schmidt heins
auf 100 blättern an der linken längskante
beidseitig deckungsgleich im
offsetverfahren eine rote 1,5 cm breite
seitenleiste drucken lassen, 1976
courtesy the artist

barbara schmidt heins
auf 100 blättern an der rechten
längskante beidseitig deckungsgleich im
offsetverfahren eine rote 1,5 cm breite
seitenleiste drucken lassen, 1976
courtesy the artist

barbara schmidt heins
auf 100 blättern beidseitig
deckungsgleich im offsetverfahren eine
rote 1,5 cm breite kopfleiste drucken
lassen, 1976
courtesy the artist

barbara schmidt heins
21 pappen im format din a4, 2 mm stark,
zu einem buch gebunden. bezogen auf
die breite von 21 cm von der außenkante
aus auf jeder zweiten pappe fortlaufend
1 cm, 2 cm, 3 cm, usw. abgetragen,
abgeschnitten und auf der
gegenüberliegenden pappe an der
außenkante aufgeklebt, 1972
courtesy the artist

barbara schmidt heins
alle blätter in der mitte der äußeren
längskante mit bürolocher gelocht. durch
die zwei löcher im packen eine schnur
gezogen und ausgerissen. die lochstellen
beidseitig mit lasurfarbe bemalt, mit öl
getränkt und mit grauer, dann mit weißer
deckfarbe übermalt. die blätter klebten
an den übermalten stellen teilweise
zusammen. abrissstellen, 1972
courtesy the artist

barbara schmidt heins
auf den seiten eines buches mit bleistift
und lineal mittig einen vertikalen strich
über die volle höhe der seite gezogen.
versucht, die seiten entlang des striches
zu zerreißen. anschließend die seiten von
hinten mit weißem papierklebeband
erneut zusammengeklebt, 1972
courtesy the artist

barbara schmidt heins
bei den blättern jeweils die rechte untere
ecken so nach vorne links bis zur linken
blattkante hochgeklappt, dass eine
diagonale faltung entsteht. die nun über
dem restlichen teil des blattes liegende
waagerechte blattkante mit weißem
papierklebestreifen befestigt. nach dem
trocknen wieder aufgeschlitzt und die
blätter zu einem buch gebunden, 1972
courtesy the artist

barbara schmidt heins
die bilder eines kindermalbuchs
entlang der äußeren konturen mit grauer
kaseinfarbe übermalt, 1972
courtesy the artist

barbara schmidt heins
die seiten eines buches aus der bindung
herausgerissen und spiegelverkehrt an
der gegenüberliegenden längskante
erneut eingebunden, 1972
courtesy the artist

barbara schmidt heins
die seiten eines buches horizontal und
vertikal jeweils mittig mit weißem
papierklebeband zu einem block
verklebt, 1972
courtesy the artist

barbara schmidt heins
din a4 blätter an der kurzen seite mittig
gefaltet. in der mitte der faltung versucht,
ein rechteck auszureißen. anschließend
die seiten wieder aufgefaltet und an der
kurzen seite zu einem buch gebunden,
1972
courtesy the artist

barbara schmidt heins
in einem gebundenen buch jeweils auf
der rechten seite in die optische mitte
skriptol-kleckse gesetzt. abdruck auf der
gegenüberliegenden seite. beidseitig
kleckse mit weißer farbe überdeckt, 1972
courtesy the artist

barbara schmidt heins
musterseite / sample page, 1972
courtesy the artist

gabriele schmidt heins
auf den blättern jeweils mit grauer farbe
den kleineren bereich des vermuteten
goldenen schnitts ausgemalt.
anschließend den tatsächlichen
goldenen schnitt (17,3:10,3) mit rotem
stift markiert, 1978

gabriele schmidt heins
din a4 blätter gedrittelt mit linie und
schnitt, 1978
courtesy the artist

gabriele schmidt heins
eine pappe mit zwei 8 cm voneinander
entfernten löchern je siebenmal längs
aus einer höhe von etwa 40 cm auf die
mitte der blätter fallen lassen und dort
markiert. die linien zwischen den
punkten freihändig gezogen. sie sollen
den sieben tagen einer woche
entsprechen. sechs von ihnen wurden
mit bleistift (werktage) und eine linie mit
rotstift (sonntag) gezeichnet. das buch
hat 52 blätter, entsprechend der anzahl
der wochen eines jahres, 1978
courtesy the artist

gabriele schmidt heins
sechs felder geritzt, entsprechend den
sechs seiten eines würfels. pro blatt
einmal gewürfelt und entsprechend das
feld ausgeschnitten, 1978
courtesy the artist

gabriele schmidt heins
ein 1 cm großes quadrat, je 10 cm von der
oberkante und den längskanten entfernt,
auf dem blatt markiert. dann die rechte,
obere und linke seite des quadrats
eingeschnitten, die papierlasche
zwischen daumen und zeigefinger
genommen und nach unten weggerissen
1977
courtesy the artist

gabriele schmidt heins
in die mitte einer matritze 36
waagerechte linien untereinander geritzt
(je 15 cm lang und 0,5 cm voneinander
entfernt) und die jeweils dazugehörige
zahl mit schreibmaschine links
danebengetippt. die matritze in einen
schablonendrucker eingespannt, hundert
abzüge davon hergestellt und zu einem
buch gebunden. mit einem spielzeugroulette,
das 37 felder hat (eines für die
null) und für jedes blatt eine zahl von
1–36 ermittelt. die entsprechende linie
mit weißer farbe abgedeckt. bei einer null
blieb die seite unbearbeitet, 1977
courtesy the artist