Seongwon Park: Baustelle (2026)
Seongwon Park: Baustelle (2026)
Seongwon Park: Baustelle (2026)
Seongwon Park
Baustelle, 2026

Seongwon Park

2025/2026



„Woher, Wohin“
13.9. – 8.11.2026

Eröffnung: 13.9.2026, 14 – 19 Uhr, mit einer Einführung um 18 Uhr
Darüberhinaus ist die Ausstellung immer sonntags, in der Zeit von 14 – 18 Uhr, zu besuchen.

Wo komme ich her, wo gehe ich hin?
Die Arbeiten von Seongwon Park entstehen aus der Beobachtung urbaner Räume und ihrer oft übersehenen Details. Fassaden, Leerstände, Kioske, Fenster, Vorhänge oder Spuren der Zeit werden zu Ausgangspunkten einer künstlerischen Untersuchung über Präsenz, Erinnerung und Abwesenheit.
Im Zentrum ihrer Arbeiten stehen Orte, die ihre ursprüngliche Funktion verloren haben. Die Künstlerin interessiert sich für jene Momente, in denen Architektur nicht mehr allein durch ihren Nutzen definiert wird, sondern durch die Spuren, Überlagerungen und Veränderungen, die sich im Laufe der Zeit eingeschrieben haben. In Zeichnungen, Gemälden und Skulpturen transformiert sie diese Beobachtungen in neue Bildräume.
Während ihres Stipendiums bei der haubrok foundation richtete Park ihren Blick auf leerstehende Gebäude in Berlin-Lichtenberg. Viele dieser Bauten befinden sich in einem Zustand zwischen Vergangenheit und Zukunft: Ihre ursprüngliche Bedeutung ist verblasst, ihre weitere Entwicklung bleibt ungewiss. Für die Künstlerin verkörpern sie eine wuchtige Abwesenheit – eine Leere, die nicht Stillstand bedeutet, sondern Übergang.
Ausgangspunkt des Projekts ist die Frage Wo komme ich her, wo gehe ich hin?, die Park in einem verlassenen Gebäude in Form eines Schriftzugs entdeckte. Ursprünglich an Menschen gerichtet, wird sie in Parks Arbeit auf die Gebäude selbst übertragen. Die verlassenen Architekturen erscheinen als stille Zeugen gesellschaftlicher Veränderungen und spiegeln zugleich grundlegende menschliche Erfahrungen von Orientierung, Verlust und Neubeginn.
In ihren Arbeiten werden die Gebäude zu Porträts eines Zustands. Ihre äußeren Formen bleiben erhalten, während ihre ursprüngliche Funktion in den Hintergrund tritt. Die entstandenen Werke laden dazu ein, über die Beziehung zwischen Mensch und Raum nachzudenken und die Bedeutung von Abwesenheit neu zu betrachten – nicht als Ende, sondern als offenen Zustand voller Möglichkeiten.

Seongwon Park ist die erste Preisträgerin der HAR Haubrok Artist Residency, einer Kooperation der haubrok foundation mit der Universität der Künste Berlin und arbeitet mit den unterschiedlichsten Medien, von Fotografie über Malerei und Zeichnungen bis hin zu Skulptur und Installation. Sie reproduziert in ihren Installationen gesellschafts-architektonische Konstellationen, die der urbanen Umgebung entnommen sind. Mit ihren Skulpturen und Installationen porträtiert sie urbane Situationen mit Gespür für deren emotionalen Gehalt. Auch ihre Perspektive als gebürtige Koreanerin auf Deutschland lässt sie in ihr künstlerisches Schaffen einfließen. Mit Humor entdeckt sie die Absurditäten im Alltäglichen und verwandelt sie in installative Situationen.
Geboren 1990 in Südkorea, studierte sie Bildhauerei an der Muthesius-Kunsthochschule in Kiel und an der Universität der Künste in Berlin. Im Jahre 2024 hat sie ihr Studium als Meisterschülerin von Professorin Ina Weber abgeschlossen.

Die Jury für die Verleihung der ersten HAR Haubrok Art Residency bestand aus Dorothea von Hantelmann (Professorin für Kunstgeschichte am Bard College Berlin), Judith Hopf (Professorin an der Hochschule für Bildende Künste, Dresden), Stefan Neuner (Professor für Kunstgeschichte, Kunstwissenschaft und Kunsttheorie an der Universität der Künste, Berlin), Mark Lammert (Professor für Malerei und Zeichnung an der Universität der Künste, Berlin) sowie Axel Haubrok (Vorstandsvorsitzender der haubrok foundation, Berlin).
Stand: Dezember 2025

Laufzeit der Förderung: 1.12.2025 – 30.9.2026